| IOI

Alle vier deutschen Teilnehmer mit Medaille bei der IOI 2026

Zweimal Silber und zweimal Bronze bei der 38. Internationalen Informatik-Olympiade in Taschkent. Ein komplett dekoriertes deutsches Team gab es seit 2005 erst dreimal.

Die deutsche Delegation bei der IOI 2026 in Taschkent. Von links: Pascal Atzler, Maksym Shvedchenko, Rasmus Zenker, Hans Sihan Zhu. Quelle: BWINF

Bei der Abschlussfeier der 38. Internationalen Informatik-Olympiade (IOI) im usbekischen Taschkent erhielten alle vier Mitglieder des deutschen Teams eine Medaille:

  • Maksym Shvedchenko, 17, aus Gilching: Silber
  • Rasmus Zenker, 17, aus Artern (Kyffhäuser-Gymnasium, Bad Frankenhausen): Silber
  • Pascal Atzler, 18, aus Hünfeld (Winfriedschule, Fulda): Bronze
  • Hans Sihan Zhu, 17 (Shanghai High School International Division): Bronze

Angetreten waren 375 Schülerinnen und Schüler aus 92 Ländern, das größte Teilnehmerfeld in der Geschichte des Wettbewerbs. Usbekistan war zum ersten Mal Gastgeber, die Contests fanden im Messegelände CAEx statt.

Die IOI ist die jährliche Weltmeisterschaft für den Informatik-Nachwuchs. An zwei Wettkampftagen lösen die Teilnehmenden in jeweils fünf Stunden drei algorithmische Probleme auf Hochschulniveau und setzen ihre Lösungen in Programme um, die automatisch gegen Testdaten geprüft werden.

Zum dritten Mal seit 2005

Dass alle vier deutschen Teilnehmer eine Medaille mit nach Hause nehmen, ist selten. Zuletzt gelang das 2023 in Szeged, davor 2014 in Taipeh. In den Jahren dazwischen lag die Ausbeute bei einer bis drei Medaillen.

Für Maksym Shvedchenko war es die dritte IOI und die dritte Medaille, nach Bronze 2024 in Ägypten und Bronze 2025 in Bolivien. Rasmus Zenker, Bundessieger im 42. Bundeswettbewerb Informatik, nahm im April in Helsinki zum ersten Mal an einem internationalen Informatikwettbewerb teil, vier Monate später steht Silber zu Buche. Pascal Atzler, ebenfalls Bundessieger im 42. Bundeswettbewerb, war 2025 in Bolivien schon dabei und erhielt dort eine Honorable Mention. Für Hans Sihan Zhu war es die erste IOI.

Die Teamleitung hatten Erik Sünderhauf und Lucas Schwebler, die den Wettbewerb aus eigener Erfahrung kennen: Sünderhauf gewann 2018 im japanischen Tsukuba und 2019 im aserbaidschanischen Baku jeweils Bronze, Schwebler 2022 im indonesischen Yogyakarta Silber.

Gesamtsieger aus China

Die höchste Punktzahl erreichte Qiwen Xu aus China mit 498,27 Punkten, Zweiter wurde Vladislav Jiganov aus Russland mit 482,75. Auch als Mannschaft war China am erfolgreichsten, mit dreimal Gold und einmal Silber. Gastgeber Usbekistan erzielte mit einer Silber- und drei Bronzemedaillen sein bestes Ergebnis bei einer IOI.

Elf Medaillen in einem Olympiade-Jahr

Die IOI schließt ein Jahr ab, in dem aus den 1.760 Teilnehmenden des 43. Bundeswettbewerbs Informatik zunächst 63 in die Vorauswahl gingen, die im August 2025 startete. Auf das samstägliche Online-Training folgten im November zwei Qualifikationscontests, nach denen 21 übrig blieben, danach drei Lehrgänge in Bonn, Frankfurt und Saarbrücken mit jeweils zwei Auswahlcontests. Zum Auswahlverfahren gehören auch zwei regionale Olympiaden: die Ostsee-Informatik-Olympiade (BOI) im April in Helsinki, aus der dreimal Silber und einmal Bronze zurückkamen, und die Zentraleuropäische Informatik-Olympiade (CEOI) Anfang Juli in Ljubljana mit zweimal Silber und einmal Bronze. Zusammen mit Taschkent stehen elf Medaillen in diesem Jahr.

2027 kommt die IOI nach Deutschland

Bei der Abschlussfeier wurde die IOI-Flagge an das nächste Gastgeberland übergeben. Vom 12. bis 19. September 2027 richtet das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam die 39. Internationale Informatik-Olympiade aus, in Kooperation mit BWINF. Zuletzt fand die IOI 1992 in Deutschland statt, damals in Bonn. Erwartet werden rund 400 Teilnehmende und bis zu 1.000 Beteiligte aus 90 bis 100 Ländern. Für BWINF war Geschäftsführer Wolfgang Pohl als Mitglied des International Committee in Taschkent.

Das Auswahlverfahren für Potsdam startet in diesen Wochen: Die erfolgreichen Teilnehmenden der 2. Runde des 44. Bundeswettbewerbs Informatik erhalten ihre Einladung. Der 45. Bundeswettbewerb Informatik beginnt am 1. September 2026 und ist der Einstieg ins Auswahlverfahren für die IOI 2028 in Japan.

Über den Bundeswettbewerb Informatik

Der Bundeswettbewerb Informatik ist der traditionsreichste unter den Bundesweiten Informatikwettbewerben (BWINF). Diese haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Interesse an Informatik und am Programmieren zu wecken sowie Talent aufzuspüren und zu fördern. BWINF wird seit 1980 unterstützt von der Gesellschaft für Informatik e.V., vom Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie und vom Max-Planck-Institut für Informatik; gefördert wird BWINF vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Bundesweiten Informatikwettbewerbe sind von der Kultusministerkonferenz geförderte Schülerwettbewerbe und stehen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Das deutsche Auswahlverfahren zur Internationalen Informatik-Olympiade wird seit 1989 von BWINF durchgeführt.

Social Media:

instagram.com/bwinf
linkedin.com/company/bundesweite-informatikwettbewerbe-bwinf
mastodon.social/@BWINF
bsky.app/profile/bwinf.bsky.social