Bázakerettye (Ungarn), Juli 2026.Bázakerettye (Ungarn), Juli 2026. Eine gute Biberaufgabe verpackt ein Informatikkonzept so in eine Geschichte, dass Kinder ab der 3. Klasse sie ohne Vorkenntnisse lösen können und trotzdem etwas dahintersteckt. Vom 11. bis 15. Juli hat sich in Bázakerettye die DACHULU-Gruppe getroffen und die deutschen Fassungen von 36 Aufgaben erarbeitet, von denen einige beim Informatik-Biber 2026 gestellt werden.
DACHULU steht für Deutschland, Österreich, die Schweiz, Ungarn und, seit dem vergangenen Jahr, Luxemburg. Die Länder bereiten ihre Fassungen gemeinsam vor und verwenden am Ende nahezu dasselbe Aufgabenset, mit nur minimalen Abweichungen. Aus Luxemburg konnte diesmal niemand teilnehmen.
In vier Gruppen wurde für jede Aufgabe die deutsche Fassung erstellt: Aufgabenstellung, Lösungserklärung und Informatikbezug formuliert und diskutiert, die Grafiken angepasst. Der Informatikbezug erklärt am Ende jeder Aufgabe, worum es fachlich eigentlich ging. Mit einer Übersetzung ist es dabei nicht getan, jede Geschichte muss auch im deutschen Klassenzimmer funktionieren, für die Klassen 3 und 4 ebenso wie für die Oberstufe. Das Team bringt Schulpraxis, Informatik und Informatikdidaktik zusammen, insgesamt rund 180 Jahre Erfahrung im Erstellen und Überarbeiten von Biberaufgaben.
Für BWINF waren Dr. Wolfgang Pohl und Susanne Thut in Ungarn dabei, dazu Michael Weigend (Universität Münster), Jacqueline Staub (Universität Trier) sowie Greta und Kirsten Schlüter (Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus). Organisiert wurde das Treffen von Zsuzsa Pluhár (ELTE Budapest), die neben der Tagung auch eine Fahrt mit der örtlichen Schmalspurbahn möglich gemacht hat.
Woher die Aufgaben kommen
Erdacht werden die Aufgaben überall auf der Welt. Was in Deutschland im November auf dem Bildschirm steht, kann aus Litauen kommen, aus Japan oder aus Kanada. Die Länder der internationalen Bebras-Initiative reichen ihre Vorschläge im Frühjahr ein, danach werden sie begutachtet und überarbeitet. Beim jährlichen Bebras International Task Workshop entsteht daraus der gemeinsame Aufgabenpool, aus dem die Länder anschließend auswählen. In diesem Jahr fand der Workshop vom 10. bis 15. Mai in Cambridge statt, ausgerichtet von der Raspberry Pi Foundation, mit Delegierten aus 63 Ländern. BWINF reicht dort selbst Aufgaben ein, eine davon wurde in Cambridge zur besten Aufgabe des Workshops gewählt, bereits zum zweiten Mal.
Der Informatik-Biber 2026: die 20. Ausgabe
Der Informatik-Biber wird in diesem Jahr zum 20. Mal durchgeführt. Die Biberwochen laufen vom 9. bis 20. November 2026. Beim ersten Biber im Jahr 2007 nahmen 21.802 Schülerinnen und Schüler teil, 2025 waren es 580.960. Seit 2007 sind rund 800 Aufgaben zusammengekommen.
Zum Jubiläum werden vier Päckchen zu je fünf älteren Aufgaben neu aufbereitet und in den Bibertests bereitgestellt. Lehrkräfte können sie das ganze Jahr über im Unterricht oder als freiwilliges Knobelangebot einsetzen. Das erste Päckchen ist seit Mai online.
Mitmachen
Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 13, ohne Vorkenntnisse und kostenfrei. Grundschulkinder lösen neun Aufgaben in 30 Minuten, die Klassen 5 und 6 zwölf Aufgaben in 35 Minuten, ab Klasse 7 sind es 15 Aufgaben in 40 Minuten. Bearbeitet wird einzeln oder im Zweierteam.
Lehrkräfte registrieren sich ab September unter login.bwinf.de als Koordinatorin oder Koordinator und melden anschließend ihre Schülerinnen und Schüler an. Ab Mitte September steht der Schnupper-Biber zum Üben bereit.
- Alle Informationen zum Wettbewerb: bwinf.de/biber/2026
- Anmeldung und Ablauf: bwinf.de/biber/teilnehmen
- Aufgaben aus 20 Jahren: bwinf.de/informatik-biber/aufgaben
- Bibertests für das ganze Jahr: bwinf.de/biber/bibertests
- Fragen: biber@bwinf.de
Über den Informatik-Biber
Der Informatik-Biber ist Deutschlands größter Schülerwettbewerb im Bereich Informatik und findet jedes Jahr im November statt. Er ist das Einstiegsformat der Bundesweiten Informatikwettbewerbe (BWINF) und Teil der internationalen Initiative Bebras, an der inzwischen mehr als 60 Länder beteiligt sind. BWINF wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Unterstützer sind die Gesellschaft für Informatik e.V., der Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie und das Max-Planck-Institut für Informatik. Die Bundesweiten Informatikwettbewerbe gehören zu den von den Kultusministerien der Länder empfohlenen Schülerwettbewerben und stehen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.
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