Vom Küchentisch ins Autorenteam

Greta Schlüter

Greta Schlüter kennt den Informatik-Biber seit ihrer Grundschulzeit: Ihre Mutter entwickelt seit fast 20 Jahren Biberaufgaben, und Greta hat ihr ab zwölf oder dreizehn die Grafiken dazu gemalt, in Paint. 2014 hat sie den Biber selbst als Schülerin gelöst, seit 2023 gehört sie zum deutschen Aufgabenteam. Sie hat Informatik studiert und arbeitet heute in der Softwareentwicklung.

Zum 20. Informatik-Biber haben wir mit ihr darüber gesprochen, wie aus einer Idee eine fertige Aufgabe wird, warum ihre Aufgabe „Sunny Days“ nur drei Sätze braucht und was sie Schülerinnen und Schülern über Informatik sagen möchte.

In der Informatik steckt viel mehr, als viele denken.

Das Interview

Bevor wir zu Ihrer Arbeit im Autorenteam kommen: Sie haben den Biber selbst schon als Schülerin mitgemacht?

Genau, das war ungefähr 2014, ich war damals in der 10. oder 11. Klasse. Den Biber kannte ich aber schon lange vorher, meine Mutter macht seit fast 20 Jahren Biberaufgaben, also fast von Anfang an. Insofern hatte ich schon ein Bild vom Biber, bevor ich selbst mitgemacht habe.

Bei uns in der Schule war der Wettbewerb damals noch nicht richtig etabliert, aber wir haben über die Schule Zugang bekommen und konnten selbstständig teilnehmen. Ich weiß noch, dass ich es mit einer Freundin an einem Nachmittag in der Stadtbibliothek gemacht habe. Ich hatte einfach Spaß an den Aufgaben.

Ihre Mutter ist ja selbst seit Langem im Autorenteam. Wie war das als Kind, mitzubekommen, dass sie Biberaufgaben entwickelt?

Ich glaube, ich war acht oder neun, als meine Mutter angefangen hat, Aufgaben zu machen, also noch in der Grundschule. Ich habe ihr oft über die Schulter geguckt, wenn sie sich Rätsel ausgedacht hat, das fand ich schon als Kind interessant. Etwas später, mit ungefähr 12 oder 13, habe ich dann angefangen, ihr Grafiken für die Aufgaben zu malen, in Paint, ganz klassisch. Sie hat sich die Aufgaben ausgedacht und mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihr etwas dazu zu malen.

Eine ihrer frühen Aufgaben, für die ich Bilder gemalt habe, war „Gretas Schatzkarte“, ich glaube, sie ist sogar nach mir benannt. Da sucht ein Biber namens Greta einen Schatz, und auf der Karte gibt es mehrere kleine Orte, für die ich Bildchen gemalt habe. Das habe ich viele Jahre lang gemacht, auch noch während meines Studiums.

Seit wann sind Sie selbst im Autorenteam des Informatik-Bibers, und wie kam es dazu?

Offiziell seit 2023. Meine Mutter wusste natürlich, dass ich Interesse daran habe, ich hatte ja schon lange für sie gezeichnet. Irgendwann meinte sie, das Team könne gut jungen Nachwuchs gebrauchen, und fragte, ob ich nicht Lust hätte, tiefer einzusteigen, selbst Aufgabenvorschläge zu machen und zu den Workshops mitzukommen.

Ich glaube, sie hat mich schon ein Jahr vorher gefragt, aber es hat zeitlich nicht gepasst. 2023 hatte ich dann zum richtigen Zeitpunkt Zeit, habe selbst eine Aufgabe vorgeschlagen und bin mit nach Bonn zum Workshop gefahren. So ging es los.

Was hat Sie damals gereizt, selbst Biber-Aufgaben zu entwickeln?

Ich glaube, mehrere Dinge kommen da zusammen. Ich arbeite gerne mit Kindern und Jugendlichen, auch in anderen Kontexten, und mag es, Themen zu vermitteln, die mir am Herzen liegen. Und ich finde: In der Informatik steckt wahnsinnig viel Spaß, es gibt richtig coole Sachen zu entdecken. Es hat mich gereizt, mir zu überlegen, wie man das gut in einer Aufgabe unterbringt.

Sie haben Informatik studiert, richtig? Was machen Sie heute beruflich?

Ich habe Informatik studiert, im Master dann mit Fokus auf Neurowissenschaften, aber mit starkem Informatik-Anteil. Inzwischen arbeite ich in der Softwareentwicklung.

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste eigene Aufgabe? Wie ist sie entstanden, und was haben Sie dabei gelernt?

Ja, sehr gut sogar. Ich war zu dem Zeitpunkt mitten im Master und ganz in der Welt der künstlichen neuronalen Netze unterwegs, daraus wollte ich eine Aufgabe bauen. Die große Schwierigkeit war, ein Konzept wie neuronale Netze im Umfang einer Biberaufgabe, also in wenigen Minuten, verständlich zu machen. Es ging vor allem darum, es so weit herunterzubrechen, dass es in den Rahmen passt, ohne den eigentlichen Gedanken zu verlieren.

Der erste Entwurf war noch relativ technisch. Beim Workshop in Bonn haben wir dann als Gruppe überlegt, was zur Altersgruppe passt, bei älteren Jugendlichen muss nicht viel Story drumherum sein, aber ein bisschen Rahmen tut trotzdem gut. Am Ende haben wir einen ganz minimalen Story-Rahmen gebaut und die Aufgabe nochmal vereinfacht. Ich glaube, sie hieß am Ende so etwas wie „Disagreement Detector“, wie genau der deutsche Titel lautet, müsste ich nachschauen.

Eine gute Biber-Aufgabe wirkt oft spielerisch, dahinter steckt aber viel Informatik. Was macht für Sie eine wirklich gelungene Aufgabe aus?

Genau das: dass dahinter echte Informatik und ein cooles Konzept stecken, das Ganze aber so reduziert ist, dass man in wenigen Worten erklären kann, worum es geht. Man soll nicht lange brauchen, um zu erfassen, was die Aufgabe verlangt, und dann Spaß daran haben, sie zu lösen. Im Idealfall hat man am Ende das Gefühl, einen schlauen Trick gefunden zu haben, und kann, wenn man möchte, danach das Konzept dahinter weiter entdecken.

Wie entsteht bei Ihnen eine neue Aufgabe? Beginnen Sie eher mit einer informatischen Idee, einer Geschichte oder einer Alltagssituation?

Ich komme meistens vom Fachlichen her. In der Gruppe, die die Aufgaben entwickelt, kommt jede und jeder ein bisschen aus einer anderen Richtung, bei mir sind es oft Informatik-Themen, die mir gerade aus dem Studium noch präsent sind und die ich für zentral halte. Davon ausgehend überlege ich, in welcher Story oder welchem Rahmen ich diese Idee unterbringen kann. Danach folgt viel Arbeit am Entwurf: schreiben und immer weiter vereinfachen.

Woher nehmen Sie Ihre Ideen? Entstehen sie eher am Schreibtisch, oder begegnen Ihnen gute Aufgaben auch im Alltag oder auf Reisen?

Ich würde sagen, eine Mischung. Oft komme ich an etwas vorbei, meistens aus dem fachlichen Kontext, seltener aus dem Alltag, und denke: Das ist ein cooles Konzept oder ein wichtiges Thema, vielleicht lässt sich daraus eine Biberaufgabe machen. Solche Ideen leben dann oft lange einfach in meinem Kopf. Wenn ich im Bus sitze oder zwischendurch Zeit habe, denke ich darüber nach und knoble, wie ich das in eine Aufgabe bringen könnte. Erst wenn es auf die Frist für konkrete Vorschläge zugeht, setze ich mich wirklich hin, das ist dann die eigentliche Schreibtischarbeit.

Bevor eine Aufgabe im Wettbewerb landet, wird sie intensiv diskutiert, getestet und oft mehrfach überarbeitet. Wie erleben Sie diesen Prozess im Autorenteam?

Bevor ich selbst involviert war, hätte ich mir nie klargemacht, wie viel Arbeit in diese kleinen Aufgaben fließt. Alle im Team wollen es wirklich gut hinbekommen, und es ist gar nicht so einfach, gemeinsam die genauen Formulierungen auszuknobeln, die ein Konzept präzise und ohne zu viele Worte rüberbringen.

Man merkt aber deutlich, wie sehr es hilft, wenn mehrere Leute draufschauen, gerade wer eine Aufgabe zum ersten Mal liest und den Kontext noch nicht kennt, bemerkt oft genau, wo man hängen bleibt oder was noch nicht klar ist. Es ist eine schöne Art der Zusammenarbeit, aber auch viel Arbeit. Manchmal sitzt man wirklich lange an einer einzigen Formulierung.

Was haben Sie durch die Zusammenarbeit mit den anderen Autorinnen und Autoren gelernt, und was bringen Sie selbst ein?

Was ich oft mitnehme, ist die Perspektive, wie Aufgaben wirklich in der Schule ankommen. Ich unterrichte selbst nicht, arbeite aber ehrenamtlich mit Jugendlichen, allerdings nicht primär im Informatik-Kontext. Mir ist manchmal schwer einzuschätzen, wie schwierig bestimmte Konzepte für verschiedene Altersstufen sind, da ist die Erfahrung der anderen aus der Gruppe, die viel direkter mit Informatikvermittlung an Jugendliche zu tun haben, sehr wertvoll.

Umgekehrt bringe ich wahrscheinlich eine sehr fachlich-präzise, analytische Perspektive ein. Ich bin vermutlich die Jüngste in der deutschen Gruppe, wir haben ein fest etabliertes Team, hatten aber immer wieder auch andere junge Leute dabei. Weil mein Studium noch nicht lange zurückliegt, sind viele fachliche Themen bei mir noch frisch, und ich schaue gerne genau hin, wo ein Konzept eigentlich noch ungenau ist oder von dem abweicht, was wir eigentlich darstellen wollen.

Der Informatik-Biber ist Teil einer internationalen Initiative. Welche Rolle spielt der Austausch mit der internationalen Community für Ihre Arbeit?

Das ist ein Aspekt, den ich bisher noch wenig kennengelernt habe, weil ich in den ersten Jahren nur im ersten Schritt dabei war, in dem wir mit dem deutschen Team Aufgabenvorschläge entwickeln. Diesen Juli war ich zum ersten Mal beim internationalen Workshop dabei, noch nicht die ganz große internationale Community, aber schon eine deutlich größere Ländergruppe.

Das war wirklich schön: einerseits, einen weiteren Schritt im Prozess kennenzulernen, durch den die Aufgaben gehen, bis sie am Ende wettbewerbsfertig sind. Andererseits, viele Menschen kennenzulernen, die daran arbeiten und sich gemeinsam dafür einsetzen. Wir haben intensiv gearbeitet, aber es war auch einfach ein sehr nettes Beisammensein, interessant, die unterschiedlichen Wege all der Menschen zu hören, aus welchen Fachrichtungen sie kommen und wie sie beim Biber gelandet sind.

Gibt es schon eine Begegnung oder ein Erlebnis vom internationalen Workshop, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Das ist noch alles sehr frisch, ich glaube, im Moment ist es eher die Erinnerung an diesen Schritt insgesamt und daran, diese Gruppe überhaupt kennenzulernen, als eine einzelne Sache, die ich schon herauspicken könnte. Da müsste man vielleicht in ein, zwei Jahren nochmal fragen, was hängen geblieben ist.

Gibt es eine Aufgabe, auf die Sie besonders stolz sind oder die Ihnen besonders am Herzen liegt?

Von meinen eigenen Aufgaben mag ich „Sunny Days“ sehr gern, gerade weil sie so simpel ist. Es ist eine Logikaufgabe, und für mich ist Aussagenlogik die Grundlage von ganz vielen Dingen in der Informatik, etwas, das einem im Alltag begegnet, auch ohne dass man es formalisiert. Weil es so alltagsnah ist, brauchte die Aufgabe kaum Erklärung: Die ganze Aufgabe samt Fragestellung sind, glaube ich, gerade mal drei Sätze.

Es geht um Biber, die schwimmen gehen, ich habe lange mit der Story dahinter gespielt, warum sie schwimmen oder eben nicht. Susanne hat dazu ein sehr schönes Bild gemalt, das trägt auch dazu bei, dass sich die Aufgabe einfach nett anfühlt. Die Aufgabe ist von 2024, alle Aufgaben kenne ich aber nicht auswendig.

In den vergangenen Jahren hat sich die Informatik, vor allem durch künstliche Intelligenz, stark verändert. Hat das auch Einfluss auf den Informatik-Biber, sowohl inhaltlich als auch bei der Erstellung der Aufgaben?

Inhaltlich fällt mir das als Erstes ein: Künstliche Intelligenz ist im Moment ein sehr präsentes Thema, sowohl in der Informatik selbst als auch für die Allgemeinheit. Ich finde es sehr wichtig, dass möglichst viele Menschen zumindest ein Grundverständnis davon bekommen, was dahintersteckt, denn viele Diskussionen über Sicherheit, Urheberrecht und Gefahren müssen eigentlich immer auf dieser Grundlage geführt werden: was da eigentlich passiert.

Deshalb finde ich es wichtig, dass der Biber, der ja eine sehr breite Gruppe von Jugendlichen erreicht, nicht nur die, die für sich schon wissen, dass sie Informatik machen wollen, , dazu beiträgt, Zugang zu diesem Thema zu schaffen. Gleichzeitig ist KI ein sehr schwieriges Thema für eine Biberaufgabe: Es ist neu, es gibt noch nicht viele Beispiele, wie man es gut in einer Aufgabe unterbringt, und es ist komplex, kein Thema, das man leicht auf ein paar Minuten herunterbrechen kann. Wir arbeiten viel daran, einzelne Aspekte herauszupicken und so weit zu vereinfachen, dass sie in eine Biberaufgabe passen. Wir hatten aber auch schon einige Aufgabenvorschläge, die es einfach noch nicht geschafft haben.

Im Entwicklungsprozess selbst nutze ich KI eher als Werkzeug, zum Beispiel beim Formulieren oder wenn wir uns in der Gruppe festgefahren haben und immer wieder auf dieselben Ideen kommen. Ich habe dann zum Beispiel mal zwei verschiedene KI-Systeme Entwürfe machen lassen, das Ergebnis am Ende hatte damit wenig zu tun, aber einzelne Aspekte daraus haben uns geholfen, den Grafiker ganz anders zu briefen. Zum eigenständigen Entwerfen von Aufgaben nutze ich KI bisher aber nicht.

Was motiviert Sie, Jahr für Jahr neue Aufgaben für den Informatik-Biber zu entwickeln?

Ich glaube, es kommen ganz viele Dinge zusammen: die Idee dahinter, Jugendliche für Informatik zu begeistern und ihnen zu zeigen, was da alles Cooles drinsteckt; ein Entwicklungsprozess, der einfach Spaß macht; und nicht zuletzt die Menschen, mit denen ich dabei gerne zusammenarbeite.

Worauf sind Sie besonders stolz, wenn Sie auf Ihre bisherige Zeit beim Informatik-Biber zurückblicken?

Es ist nicht die eine konkrete Sache, bei der ich denke, das habe ich besonders gut hinbekommen. Aber ich habe das Gefühl, gut etwas beizutragen. Ich bin relativ neu in eine Gruppe gekommen, in der viele seit vielen Jahren zusammen Biberaufgaben machen und entsprechend viel Erfahrung haben. An manchen Stellen fehlt mir definitiv diese Erfahrung, und ich brauche dann den Input von anderen.

Trotzdem habe ich schon seit dem ersten Jahr das Gefühl, wirklich etwas beizutragen, mit eigenen Aufgabenvorschlägen, aber ganz wesentlich auch in den fachlichen Diskussionen über Aufgaben, mit einem Blick von außen auf Formulierungen und Konzepte. Das ist, glaube ich, nicht selbstverständlich, wenn man neu in so einen Prozess einsteigt, und es wird mir auch von der Gruppe gespiegelt, dass das geschätzt wird.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Informatik-Bibers?

Vor allem, dass er weiterhin das schafft, was er schon leistet, und noch mehr. Es ist nach wie vor so, dass wenn ich Leuten erzähle, was ich mache, viele den Biber-Wettbewerb gar nicht kennen, während zum Beispiel der Känguru-Wettbewerb sehr viel bekannter ist. Ich finde, der Biber greift ein wichtiges und immer größeres Thema auf und schafft es, einer breiten Gruppe von Jugendlichen eine Idee davon zu vermitteln.

Viele haben ein Bild von Informatik im Kopf, das oft neben dem liegt, was das Fach wirklich ausmacht, oder das nur einzelne Aspekte davon abbildet. Ich glaube, der Biber zeigt sehr gut, dass Informatik eben nicht nur bedeutet, Computer cool zu finden und zu programmieren, sondern dass ganz viele andere spannende Gedanken, coole Rätsel und wichtige Themen drinstecken, und auch viel Kreativität. Das einer breiten Gruppe zugänglich zu machen, wünsche ich dem Biber auch für die Zukunft.

Sehen Sie auch Stellen, an denen der Biber sich noch verbessern könnte?

Bei der Außenwirkung und wie der Wettbewerb durchgeführt wird, fällt mir aus meiner Perspektive wenig ein, da ich in diese Prozesse nicht sehr involviert bin und die Schulperspektive selbst nur wenig kenne. Beim Aufgabenprozess gibt es aber sicher Dinge, die wir verbessern können, da steckt sehr viel Arbeit drin, und ich glaube, mit dem Wachstum des Bibers und der internationalen Community entwickeln sich auch die einzelnen Schritte weiter.

Ich habe manchmal das Gefühl, dass viel Arbeit in Dinge fließt, die sich dann über mehrere Stufen hin und her entwickeln, wo man mit einem gezielteren Vorgehen vielleicht schneller zu einem guten Ergebnis käme, so eine Art Prozessoptimierung. Das ist aber auch schwierig, weil der Prozess aus mehreren Schritten mit unterschiedlichen Personengruppen besteht, die sich zudem meist nicht das ganze Jahr über hauptamtlich mit dem Biber beschäftigen.

Zum Abschluss: Welche Botschaft möchten Sie Schülerinnen und Schülern mit auf den Weg geben?

Ich glaube, viele scheuen vor der Informatik zurück, weil sie ein falsches Bild davon haben, sie denken, „ich bin ja nicht computerbegeistert“, und schieben das Fach deshalb weg. Dabei steckt in der Informatik so viel mehr, und man muss sich nicht für die Themen begeistern, die am bekanntesten sind, um dort etwas für sich zu finden. Ich bin selbst eine wenig computerbegeisterte Person und komme trotzdem sehr gut in der Informatik unter. Wer gerne Rätsel löst, gerade Logik-Rätsel, sollte auf jeden Fall mal einen Blick riskieren, ob nicht auch die Informatik etwas für einen ist.

Ich glaube, diese Dynamik, „das typische Bild von einem Informatiker trifft auf mich nicht zu, also ist die Informatik nichts für mich“, hält Frauen nochmal mehr davon ab. Ich bin in der privilegierten Situation, mit Informatik zu Hause aufgewachsen zu sein, beide meine Eltern sind Informatiker, und hatte dieses abschreckende Bild nie. Trotzdem habe ich mir nach der Schule bewusst Zeit genommen, andere Bereiche zu erkunden, etwa auch einen Blick in Richtung Medizin geworfen. Am Ende bin ich zur Informatik zurückgekommen, weil mir dieses mathematisch-logische, analytische Denken einfach liegt, nicht, weil ich sie nur über meine Eltern kenne. Genau diese Offenheit, verschiedene Wege auszuprobieren und dann bewusst zu wählen, wünsche ich mir für alle Schülerinnen und Schüler.

Greta Schlüter

Mitglied im deutschen Aufgabenteam des Informatik-Bibers seit 2023. Sie hat Informatik studiert, im Master mit Schwerpunkt Neurowissenschaften, und arbeitet in der Softwareentwicklung. Den Biber hat sie 2014 selbst als Schülerin gelöst; ihre Mutter gehört seit fast 20 Jahren zum Autorenteam.

Weitere Stimmen zum Informatik-Biber

Das Interview ist Teil der Serie zum 20. Informatik-Biber. Alle Interviews, Aufgaben aus der Schatztruhe und Material für Ihre Schule finden Sie auf der Seite zum Jubiläum. Die Biberwochen laufen vom 9. bis 20. November 2026. 

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